21
Dez

Ein Jahr Spielbuch-Projekt

Vor einiger Zeit kündigte ich ja an, dass im Herbst 2017 ein Spielbuch von mir beim Mantikore-Verlag erscheinen wird. Für die Nicht-Spielbuchler unter euch: Dabei ist die Geschichte in Abschnitte unterteilt und nach jedem entscheidet der Spieler, wie es weitergeht. Dazu gibt es Gegenstände zu finden und Kämpfe zu bestehen, deren Ausgang ebenfalls den weiteren Verlauf mitbestimmen.

Anders als bei vielen anderen Spielbüchern, stehen bei mir die Entscheidungen des Spielers im Vordergrund. Bei „Einsamer Wolf“ zum Beispiel führen verschiedene Pfade zu einem Zielabschnitt, das Ende der Geschichte ist also immer gleich. Bei mir wird es unterschiedliche Enden geben. Risikofreudig oder vorsichtig, heldenhaft oder opportunistisch, hilfsbereit oder nur auf den eigenen Vorteil bedacht: Der Spieler bestimmt die Handlung mit und erlebt so am Ende „seine“ Geschichte. Außerdem hat er die Gelegenheit, durch andere Entscheidungen beim nächsten Mal die Story einen ganz anderen Verlauf nehmen zu lassen. Die Charakterentwicklung, in anderen Spielbüchern zentrales Element, spielt bei meinem Projekt hingegen keine Rolle – es würde auch keinen Sinn ergeben, denn die ganze Geschichte spielt innerhalb von 24 Stunden, da erwirbt niemand neue Fähigkeiten oder wird klüger oder stärker.

Inzwischen arbeite ich ein Jahr an dem Projekt und es hat schon 750 Abschnitte (und ist damit weit länger als viele andere Spielbücher auf dem Markt). Fertig bin ich immer noch nicht. Gut möglich, dass ich die 1000 Abschnitte noch knacke. Vorgenommen hatte ich mir eigentlich nur 600, aber ich zahle derzeit noch jede Menge Lehrgeld. Pfade, für die ich 3-4 Abschnitte einplante, brauchen dann doch wieder 10 oder mehr, weil ich so viele Eventualitäten mit berücksichtigen muss und dem Leser viele Freiheiten geben will.

Derzeit bange ich vor dem Feedback der Betaleser, die bald die ersten 100 Abschnitte bekommen sollen. Kommt meine Idee überhaupt an? Und wie umfangreich werden die Änderungen? Da ist es ja nicht mit dem Umschreiben oder Ergänzen einer Szene getan, wie bei einem Roman. Unter Umständen muss ich ganze Ereignispfade dazuerfinden oder rausnehmen.
Daher bin ich mittlerweile nicht mehr so sicher, ob ich das Manuskript wie gefordert im Frühjahr werde abgeben können. Vielleicht wird es also doch erst 2018 was mit dem Spielbuch. Entscheiden wird sich das im Januar, wenn ich die ersten Abschnitte an Betaleser rausgebe. Drückt mir die Daumen!

Euch allen wünsche ich, trotz oder vor allem wegen der traurigen Ereignisse der letzten Zeit, ein friedliches Weihnachtsfest und einen Guten Rutsch ins neue Jahr. Wir lesen uns!